Das "aktiv-dynamische Sitzen" in unterschiedlichen Sitzpositionen und auf verschiedenen Sitzmöglichkeiten ist ein wichtiges Element einer bewegungsfreudigen und gesundheitsfördernden Schule.
Stuhl "Ergo-Top", Firma Löffler
Ziel: Bewegung im Klassenzimmer
Das Phänomen ist vielen Lehrerinnen und Lehrern bekannt: Kinder räkeln und kippeln auf den Stühlen, stehen auf, drehen sich zu den MitschülerInnen um oder fallen manchmal von den Stühlen. Durch den Drang nach Bewegung entsteht eine Unruhe, die manchmal das Unterrichten so schwierig macht, dass es die Lehrenden verzweifeln lässt. Bewegung wird als störend für ein erfolgreiches Unterrichten angesehen. Gewiss, in einem bestimmten Maße ist eine vorhandene Bewegungsunruhe für das Lernen nicht förderlich.
Aber zwischen „über Tische und Bänke gehen" und klassischem „Stillsitzunterricht" lässt sich das dynamische aktive Sitzen und bewegte Lernen ansiedeln.
Aktives Sitzen soll Kindern und Erwachsenen ermöglichen, sich ihrer individuellen Körperhaltung beim Lernen oder Lehren bewusst zu werden und sie selbsttätig im Unterricht umzusetzen. Das setzt Bewegung (auch im Sitzen) als fächerübergreifendes pädagogisches Prinzip in der Schule voraus.
Schule ist nach wie vor eine Sitzschule. Die Schüler selbst aber zeigen uns oft, wie wenig angebracht die herkömmliche, aber für die LehrerInnen leicht zu disziplinierende Sitzposition ist. Sie bewegen sich ganz natürlich auf ihren Stühlen und erscheinen dabei unkonzentriert und hibbelig. Dabei ist es oft auch der Unterricht, der sie zu unkonzentrierten Schülern macht. Wir Unterrichtende müssten eine gewisse Bewegungsunruhe akzeptieren, wenn wir diesen Baustein einer bewegten Schule in unser eigenes pädagogisches Konzept integrieren. Allein der Wechsel der Sitzpositionen verursacht Unruhe und leider oft auch dezenten Lärm. Auch das verbreitete "Kippeln" erregt immer wieder den Unmut von uns Lehrern.
Idee: Stuhlprojekt
In einem Langzeitprojekt wollen wir im Rahmen unseres Bewegungs- und Gesundheitskonzeptes am Paul-Pfinzing-Gymnasium das "aktiv-dynamische Sitzen" sowohl im Hinblick auf die Verbesserung der Bewegungskompetenz der Schüler als auch für ein sinnvolles Lernen in und mit Bewegung
einführen, erproben und evaluieren.
Dabei werden wir erneut von kompetenten Partnern unterstützt:
Die Firma Löffler-Bürositzmöbel aus Reichenschwand stellte dem Paul-Pfinzing-Gymnasium einen Klassensatz ihres ergonomischen Stuhles "Ergo-Top" kostenlos für den Überprüfungszeitraum zur Verfügung. Zudem wurde auch das Lehrerzimmer mit zwei Löffler-Stühlen ausgestattet
Im Fachbereich Sportpädagogik des Instituts für Sportwissenschaften und Sport der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg haben wir in der Person von Frau Prof. Dr. Claudia Kugelmann eine ausgewiesene Expertin für den Bereich der Gesundheitserziehung, die unser Projekt wissenschaftlich begleitet.
(zur Homepage des sportwissenschaftlichen Institus Erlangen geht es hier!)
Weiterführende Literatur:
Ahland, A.: Körperhaltung. In: Grundschule 2/2000, S. 37 ff.
Hölter, G.: Vom Wert des Sitzens. In: Sportpädagogik 3/98, S. 5
Kolb, M.: Ruhe, Konzentration und Entspannung. In: Sportpädagogik 6/95, S. 64
- Kugelmann, C.: Kinder brauchen Bewegung - und wie! Aber wie? (Basisbeitrag) In: Grundschulmagazin 2004, Heft 4, 8 - 13
Laging /Schillack (Hrsg.): Die Schule kommt in Bewegung – Konzepte, Untersuchungen und praktische Beispiele zur Bewegten Schule. Schneider-Verlag, Baltmannsweiler 2000
Weber, S.: Den Körper wahrnehmen - die Haltung schulen. Ein Unterrichtsbeispiel. In: Grundschule 2/2000.
Zimmer, R.: Den Körper als Verbündeten gewinnen. Zur Bedeutung körperlich- sinnlicher Erfahrungen im Lebensraum Schule. In: Grundschule 10/1996, S. 9 - 11.
