Fakten

  • Etwa 87 % der Lehrer klagen über Konzentrationsschwächen, vermehrte Unruhe und Nervosität von Kindern (vgl. FÖLLING-ALBERS, 1995)
  • In der 4.-6. Stunde gibt es prozentual deutlich häufiger Unterrichtsstörungen (außer nach Sportunterricht!)
  • Schüler zeigen nach Sportstunden bessere Leistungen (vgl. RAVIV & LOW, 1990)
  • Bewegung dient als Ressource zum Erhalt der Konzentration (vgl. DORDEL, 2003)

                   

 

Dieser Sachlage wollten wir am Paul-Pfinzing-Gymnasium Rechnung tragen und in unserem Projekt mit geeignetem Stuhlmobiliar der Firma Löffler-Bürositzmöbel untersuchen, indem wir Bewegung bzw. Bewegungsmöglichkeiten in den Lehr-Lern-Prozess integrierten.

 

                                                    

 

In unserem Zusammenhang kam dabei insbesondere den drei Bausteinen aktiv-dynamisches Sitzen, dynamische Ergonomie von Sitzmöbeln und damit dem bewegten Lernen besondere Bedeutung zu. Dabei sollten verschiedene Sitz- und Arbeitshaltungen nicht nur zugelassen, sondern sogar immer wieder gefordert werden.Derzeitige Klassenraumeinrichtungen erlauben durch die verwendeten Tische und Stühle kaum Bewegung zur Förderung der Bewegungskompetenz von Schülern, sie sind in erster Linie für den Stillsitzunterricht im Frontalbetrieb konstruiert und tragen insofern auch materialisiert zum Erhalt des klassischen Unterrichtsverständnisses  bei. Darüber hinaus kollidiert diese durch das Mobiliar verlangte Körper- und Bewegungsdisziplin mit dem „natürlichen“ Bewegungsdrang und einer sich zunehmend abzeichnenden „Bewegungsunruhe“ heutiger Kinder (vgl. BARTH 1992; SCHMIDT 1992; zitiert nach FISCHER 1996).Wie sollen die Kinder die überschüssige Energie ausagieren können? Ihnen bleibt nur die Möglichkeit des Kippelns, Aufstehens oder Herumrutschens auf dem Stuhl. So können nach einschlägigen Aussagen von Experten Kinder in diesem Alter gar nicht länger als ca. 20 – 25 Minuten still sitzen (vgl. JASPER 1998).Länger ist die Muskulatur nicht in der Lage, den Körper in einer gesunden aufrechten Haltung zu stabilisieren. Als Entlastungshaltung bleibt den Kindern dann ein Zusammensacken des Oberkörpers oder das Ablegen des Oberkörpers auf den Tisch.Vor diesem Hintergrund sprechen wir heute von einem dynamischen Sitzen, das Sitzen nicht als statische Angelegenheit begreift, sondern als einen aktiven Prozess, einer immer wieder neuen Balance zur aufrechten Haltung. Die Muskulatur soll also nicht auf „Dauer“ statisch angespannt werden, sondern in einen ständigen Aktivierungszustand versetzt werden. Daher ist Sitzen eine sehr dynamische Angelegenheit. Die Antwort auf dieses Grundverständnis von Sitzen erfordert ein verändertes Sitz- und Arbeitsmobiliar z.B. in Form des Ergo-Top-Prinzips der Firma Löffler.Die zentrale Annahme des Projektes ging davon aus, dass sich hierüber und unterstützt durch weitere Bewegungsaktivitäten im Schulalltag die Gesundheit durch Bewegungsförderung sowie der Unterricht durch körperlich-sinnliche und bewegungsbezogene Lernaktivitäten positiv beeinflussen lassen.  

                                                                                                                                                                       Krapf, 04.10.2007